Wasser ist Leben – über die Privatisierung eines Bürgerrechtes

Veröffentlicht am 19.08.2010 in Standpunkte

Es gibt beunruhigende Vorhersagen zu Verteilungskämpfen ums Wasser. Was nur wenige wissen, ist, dass diese Auseinandersetzungen bereits stattfinden:
Die Wasserversorgung (und Abwasserbeseitigung) der privaten Haushalte oder der Industrie ist für Konzerne ein gutes Geschäft, auch in Deutschland.

In Mitteleuropa gibt es eine zuverlässige, weitgehend kostendeckende und hochwertige Trinkwasserversorgung, meist noch durch öffentliche Anbieter, die es als Leitungswasser zur Verfügung stellen und auch ökologisch die Verantwortung übernehmen. Inzwischen haben private Konzerne den Wassermarkt und sein Wachstumspotential als Handelsware entdeckt. Sie haben dort eine gute Chance, das Wasser zu privatisieren, wo die Finanzlage der Kommunen angespannt ist.

Veolia, ein in 69 Ländern wirkender französischer Konzern, ist an der Wasserversorgung von 450 deutschen Städten beteiligt. Er verspricht Effizienz, niedrige Preise sowie Nachhaltigkeit. Als Beispiel kann Paris dienen, das eine Vorreiterrolle bei der Wasserprivatisierung spielt: Im Verlauf der vergangenen Jahre brachte die Privatisierung dieser Kommune eine Verschlechterung der Wasserqualität, ständige Preissteigerungen, undurchsichtige Berechnung des Verbrauchs. Dazu kommt der Verdacht, dass die Gelder zur Pflege der Rohre überhaupt nicht für diese verwendet werden.
Die Undurchsichtigkeit des Geschäftsgebahrens von Veolia hat jetzt Paris und andere französische Kommunen dazu veranlasst, mit Vertragsende die Dienste des Konzerns 2010 zu kündigen, obwohl dies mit Verlusten verbunden sein wird (nicht gepflegte und deshalb lecke Anlagen etc.).
Berlin und andere deutsche Kommunen, die sich ebenfalls zur Privatisierung verführen ließen, befassen sich mit ähnlichen Überlegungen.

Wir hoffen, dass sich Weinsberg und Heilbronn nicht dem Druck eines solchen Konzerns aussetzen, um Bürgerrechte zu verkaufen.

Wer sich genauer informieren möchte, findet detaillierte Informationen unter www.watermakesmoney.com (unter „news“ sind die meisten Texte auf Deutsch zu finden).

Heidrun und Klaus Zinke

 

So funktioniert der Antrag

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