SPD Weinsberger Tal

Geschichte des Ortsvereins Weinsberg 1909 bis 2009

Die 90er Jahre

Das letzte Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts bringt unserem Land die kaum geglaubte Wiedervereinigung. Am 3. Oktober 1990 tritt die DDR in die Bundesrepublik Deutschland ein. Ein Ereignis von historischer Dimension für Deutschland und Europa. Damit findet die Politik, die Willy Brandt in den 70er Jahren eingeleitet hat, ihr verdientes Ergebnis. Auch wenn heute so mancher bundesrepublikanischer Politiker diese Wiedervereinigung auf seine Fahnen schreiben möchte; es ist das Verdienst von Michail Gorbatschow, der mit Glasnost und Peristroika einen radikalen Politikwandel in die Wege geleitet und konsequent zu Ende geführt hat.
Die SPD in Weinsberg versucht durch eine aktive Arbeit in der Gemeinde Veränderungen voran zu treiben. So ist es ihrer Initiative zu verdanken, dass Weinsberg ein Jugendhaus bekommt. Auch die Bemühungen, die Gemeinderatsentscheidung über einen anstehenden Grundschulneubau in den Rossäckern zu Fall zu bringen, wurde von SPD-Kommunalpolitikern in die Wege geleitet. Dabei war es das Ziel der Initiative, den Grundschulneubau kindgerecht, außerhalb des Großschulbereichs mit Hauptschule, Realschule und Gymnasium unter zu bringen.
Es war eine sehr konsequente Methode, außerhalb des Gemeinderats Akzente zu setzen. Dieser Gemeinderat, dominiert von einer starken Bürgermeisterpersönlichkeit, bringt selbst kaum nennenswerte Aktivitäten zustande. Die SPD ist seit 1989 mit 3 Gemeinderäten in einer Position, die keine Erfolge zulässt.
Leider scheitert das angestrebte Bürgerbegehren an einer Formalie. Typisch für die Weinsberger Politik zu dieser Zeit: obwohl die erforderlichen Stimmen vorlagen, fehlte die Souveränität, die Bürger eine derart wichtige Entscheidung treffen zu lassen. Leider steht zu befürchten, dass wir auch zum heutigen Zeitpunkt in dieser Frage nicht wirklich weiter gekommen sind.
Im Jahr der Bundestagswahl 1994, in die die SPD mit dem Kandidaten Rudolf Scharping zieht, steht auch eine neue Gemeinderatswahl ins Haus. Durch einen kreativen und engagierten Wahlkampf gelingt es, die Zahl der Sitze auf 5 zu erhöhen. Dabei findet auch der notwendige Generationswechsel statt. Nur Carsten Richter tritt wieder an und wird auch eindrucksvoll bestätigt. Als neue Gemeinderäte stoßen Karin Ludwig, Monika Vollert, Erich Göbel und Gerhard Schmid dazu. Auch wenn dieser Zuwachs an Mitgliedern eine großartige Leistung war, ändert sich an den Mehrheitsverhältnissen wenig. Und auch nicht an der Politik, die von der Verwaltung vorgegeben und von der konservativen Mehrheit des Gemeinderats abgenickt wird.
Im Jahre 1995 wurde die Städtepartnerschaft mit der französischen Gemeinde Carignan besiegelt. Aus einer 16-jährigen Verbindung auf vielen Ebenen, wurde endlich eine offizielle Städtepartnerschaft. Einige Vereine und die Freiwillige Feuerwehr hatten die praktische Vorarbeit hierfür geleistet. Stadtverwaltung und Gemeinderat reisten mit großer Delegation in die Partnerstadt, wo die Vereinigung mit großem Programm zelebriert wurde.
Ein wegweisendes Ereignis für die Weinsberger Kommunalpolitik, war dann der für alle überraschende Wechsel auf dem Bürgermeistersessel der Stadt. Es ist symptomatisch, dass sich die Weinsberger nun einen „menschelnden“ Bürgermeister an die Spitze der Stadt wählten. Zu autokratisch mutete vielen die Politik in den Jahren davor an.
Und auch im Gemeinderat tat sich durch diese Änderung eine ganze Menge. Zum ersten Mal brachen Fraktionsgrenzen auf. Kommunalpolitiker der „großen“ Fraktionen des Gemeinderats erkannten, dass man auch für gute Projekte sein kann, egal auf wessen Initiative sie zustande kommen. Ein Verhalten, das man bis dahin nicht erlebt hatte. So brachte es die SPD-Fraktion durch, dass die Stadt ihre Bürger fragte, wo sie die Schwerpunkte für die Politik der folgenden Jahre sieht. In einem großen Fragebogen, wurden die Wünsche und Anliegen erfragt. Und die Weinsberger beteiligten sich engagiert. Für viele überraschend war dann aber das Hauptanliegen nach besseren Einkaufsmöglichkeiten innerhalb Weinsbergs. Das kommunalpolitische Ergebnis dieses Wunsches war dann, die Konzeption und letztendlich der Bau eines großen Lebensmittelversorgers innerhalb der Stadt.
Dies war die Zeit des Stadtrats. Nie zuvor erlebte Weinsberg ein initiativeres Gremium. Nie kamen aus seinen Reihen mehr Anträge, die dann auch zu vernünftigen politischen Ergebnissen führten. Und es kann mit Fug und Recht gesagt werden: die SPD-Fraktion Weinsbergs stellte sich an die Spitze dieser Bewegung.
Auch bundespolitische stand der Umbruch an. Mit Gerhard Schröder wurde 1998 ein Sozialdemokrat der 7. Bundeskanzler der Republik. Eindrucksvoll wurde der Amtsinhaber in den Ruhestand geschickt. Dessen Waterloo sollte aber mit der bis heute nicht endgültig aufgeklärten CDU-Spendenaffäre, erst noch kommen.
Aber auch die SPD hat sich nach der überlegen gewonnenen Wahl nicht mit Ruhm bekleckert. Der Totalrückzug von Superminister Oskar Lafontaine, auch vom Amt des Parteivorsitzenden, hat große Defizite in der politischen Entscheidungsfindung aufgezeigt. Die nachfolgenden Niederlagen in verschiedenen Landtagswahlen waren die Konsequenz.
Die 90er-Jahre des 20. Jahrhunderts waren das Jahrzehnt Europas. Keine 50 Jahre nach Ende des verheerenden 2. Weltkriegs wuchs ein Kontinent auf vielen Ebenen zusammen. Ein Prozess, der auch heute noch nicht beendet ist. Die Auflösung der Blöcke und letztendlich der Untergang des „real existierenden Sozialismus“ haben gravierende Konsequenzen nach sich gezogen.
Kommunalpolitisch wurde in dieser Zeit vieles dagegen schwieriger. Die finanzielle Situation der Kommunen hat eine Politik des Verwaltens heraufbeschworen. Kreativität und Mut zu neuen, anderen Wegen leiden darunter. Dass es auch anders ginge, hat die Agenda 2000 gezeigt. Ein Projekt, in dem auch in Weinsberg eine nie gekannte Anzahl von Bürgern zusammengekommen sind, die mit vielen Ideen und Initiativen Möglichkeiten aufgezeigt haben, Zukunft gemeinsam zu gestalten. Ein Weg, der eigentlich Mut machen sollte, würde er nur konsequent und nachhaltig beschritten. Parteien sollten heute erkennen, dass sie Foren sein müssen für Aktivitäten, Meinungen und Stimmungen. Diese zu sammeln und in aktive Politik umzusetzen, wird letztendlich der Weg sein, wie Kommunalpolitik auf Dauer funktionieren kann.
(Von Gerhard Schmid)

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Neues aus dem Land

Zum heute vorgestellten Reformpaket der Koalition erklären die SPD-Landesvorsitzenden Isabel Cademartori und Robin Mesarosch:

"Die vereinbarte Steuerreform geht in die richtige Richtung: Die meisten Leute müssen zukünftig weniger Steuern auf ihre Arbeit bezahlen. Das ist gut so. Damit das rechnerisch aufgeht, werden wir sehr hohe Einkommen wieder stärker beteiligen.

Ein AfD-Verbotsverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht wäre wahrscheinlich erfolgreich, resümiert das heute veröffentlichte Rechtsgutachten der Gesellschaft für Freiheitsrechte. Die SPD in Baden-Württemberg sieht sich darin bestätigt, weiter den Druck für ein AfD-Verbot zu erhöhen.

Auf ihrem Landesparteitag hat die SPD Baden-Württemberg ihre Parteispitze und den Landesvorstand neu gewählt und wichtige Anträge beschlossen. Als stellvertretende Landesvorsitzende wurden die Bundestagsabgeordneten Jasmina Hostert (83,2 Prozent) und Parsa Marvi (73,0 Prozent) wiedergewählt. Neu in das Amt gewählt wurden Yannik Hummel, Forstwirt und Student, mit 80,9 Prozent der Stimmen und die Landtagsabgeordnete Viviane Sigg mit 85,9 Prozent.

Die SPD Baden-Württemberg hat Isabel Cademartori und Robin Mesarosch als neue Landesvorsitzende gewählt. Auf Isabel Cademartori entfielen 87,8 Prozent der Stimmen der Delegierten, auf Robin Mesarosch 78,5 Prozent. Mit Isabel Cademartori (38) und Robin Mesarosch (35) steht künftig das jüngste Führungsduo an der Spitze einer Landes-SPD in Deutschland.

Bei der Mitgliederbefragung der SPD Baden-Württemberg zum Landesvorsitz haben Isabel Cademartori und Robin Mesarosch die absolute Mehrheit der Stimmen erreicht. Auf Isabel Cademartori und Robin Mesarosch entfielen 56,5 Prozent der Stimmen, auf Dorothea Kliche-Behnke 24,5 Prozent und auf Carsten Lotz 16,9 Prozent. Dies gab der Wahlvorstand der SPD Baden-Württemberg am Dienstagvormittag im Rahmen einer Landespressekonferenz bekannt.

Die Carlo-Schmid-Stiftung hat am Freitagabend in der Aula der Universität Mannheim den Carlo-Schmid-Preis 2026 an die Transformationsforscherin Prof. Dr. Maja Göpel verliehen. Mit der Auszeichnung würdigt die Stiftung ihren herausragenden Einsatz für Wissenschaft, öffentliche Aufklärung und den faktenbasierten gesellschaftlichen Dialog.

Nach Ablauf der Frist zur Einreichung von Wahlvorschlägen am gestrigen Sonntag stehen die Kandidaturen für den Landesvorsitz der SPD Baden-Württemberg fest. Für das Amt bewerben sich Isabel Cademartori und Robin Mesarosch als Doppelspitze. Zudem treten Dr. Dorothea Kliche-Behnke und Carsten Lotz jeweils mit Einzelkandidaturen an.

Verleihung des Carlo-Schmid-Preises an Prof. Dr. Maja Göpel
Freitag, 8. Mai 2026, 17:00 Uhr
Aula der Universität Mannheim

im Namen der Carlo-Schmid-Stiftung laden wir Sie herzlich zur 15. Verleihung des Carlo-Schmid-Preises ein.

Das Wahlergebnis vom 8. März markiert einen der bittersten Abende für die Sozialdemokratie in Baden-Württemberg. Klar ist: Wir brauchen eine echte Neuaufstellung und einen Weg, den wir gemeinsam gestalten. Wir laden euch ein, die Zukunft unserer Partei aktiv mitzuprägen.

Der Landesvorstand der SPD Baden-Württemberg hat im Rahmen seiner Klausurtagung am 17. und 18. April in Stuttgart nach intensiven Beratungen beschlossen, eine Mitgliederbefragung zur Wahl des Landesvorsitzes durchzuführen. Dem Beschluss ging ein ursprünglich geplanter Sondierungsprozess voraus.

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19.11.2026, 19:00 Uhr - 21:30 Uhr Neues Heizungsgesetz: Was nun / Was tun
Neues Heizungsgesetz: Was nun / Was tun Podiumsdiskussion in Zusammenarbeit …

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14.09.2026 17:54 Armand Zorn zur aktuellen Lage der Spritpreise
Regulatorischer Spritpreisdeckel zur Entlastung von Verbraucherinnen und Verbrauchern Die steigenden Spritpreise sorgen erneut für Belastungen bei Verbraucherinnen und Verbrauchern. Angesichts der Tatsache, dass die Preise an den Zapfsäulen auch jetzt wieder stärker und schneller gestiegen sind, als der Ölpreis und die Verarbeitungs- und Transportkosten es zu rechtfertigen vermuten, fordern wir erneut einen regulatorischen Spritpreisdeckel zur… Armand Zorn zur aktuellen Lage der Spritpreise weiterlesen

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